Konferenzthema

Peter Koenig

Nachfolge – mit der Prägung des noch tief in unseren Zellen verankerten Industriezeitalters ist es normal anzunehmen, dass Menschen durch anderen Menschen leicht und mühelos ersetzt werden können, wie Bremsklötze oder Achsen eines Autos. Die Organisationsmaschinerie wird dann problemlos weiter laufen. So hat dies für über 300 Jahre immer gut funktioniert, indem Menschen ihre Kreativität unterdrückten, um wie Maschinen, ihre Jobs und Aufgaben auf der Produktionslinie ausführen zu können, unter der Aufsicht von befehlenden und kontrollierenden Manager-Robotern. Das ererbte Erfolgsrezept. Und eben auch bei der Nachfolge brauchte man nur die juristischen und finanziellen Hebel mit dem Nachfolger oder den Nachfolgern richtig zu stellen, dann hatte oder hat man es, nicht wahr?

Nein! So hat es mit der Nachfolge eben nie funktioniert und heute erst recht nicht.

Denn die Übergabe von kreativen Rollen braucht primär andere Ansätze; erst im Anschluss funktionieren dann auch die juristischen und finanziellen, nicht umgekehrt. In einer Zeit wo Kollaboration immer mehr mit Menschen in ihren kreativen statt maschinellen Rollen zu tun hat, wird die Anerkennung und Beachtung dieser Erkenntnisse immer wichtiger werden.

Sylvia Brenzel

Die Übergabe einer Unternehmung (das kann ein Betrieb, ein Projekt oder eine Initiative sein) ist eine der kritischsten und spannendsten Phasen, die es in der Entwicklung einer Unternehmung überhaupt gibt. Sie sind der Initiator bzw. die Initiatorin, Sie haben als Erste das Risiko auf sich genommen, Sie haben eine ganz besondere Beziehung (und Liebe) zur Unternehmung entwickelt. Und nun ist es an der Zeit, diese weiterzugeben an einen geeigneten Nachfolger, an eine geeignete Nachfolgerin.

Wie kann dieser Prozess leicht und stimmig realisiert werden? Was braucht es zur Vorbereitung bzw. zur Auswahl der „richtigen“ Nachfolge? Wann genau ist der richtige Zeitpunkt zu übergeben? Worauf sollten Sie dabei ganz besonders achten, um eine langfristige, gute Entwicklung zu gewährleisten? Und was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?

Von Peter König, der ebenfalls zu Gast sein wird bei der Konferenz, habe ich gelernt, dass ein tiefes Verständnis für die Rolle des Initiators bzw. der Initiatorin bedeutend ist für den Erfolg einer Unternehmung und die Lebensqualität der beteiligten Personen. Umso mehr ist es auch eine wahre Kunst, den Nachfolgeprozess einer Unternehmung klar, authentisch und in Übereinstimmung mit den eigenen Werten und Zielen, transparent und wertschätzend allen Beteiligten gegenüber zu realisieren. Wir möchten Ihnen bei der Konferenz einfache und sehr wirkungsvolle Prinzipien vorstellen, die Peter König selbst noch als Forschungsfeld bezeichnet. Diese dürfen auch für die folgenden Open Space Workshops anregen...

Robert Josef Stadler

Üblicherweise werden die finanziellen Eigentumsverhältnisse mit einer Unternehmensnachfolge verwechselt, welches sich dann oft in den finanziellen Resultaten sowie im Niedergang der Werte widerspiegelt.

Neben dem Initiator und einem kreativen Architekten sollte es jedoch einen kompetenten Baumeister geben - Beispiele für entsprechende Mängel gibt es viele, aktuell sind es der Flughafen in Berlin und die Elbphilharmonie in Hamburg. Die Rolle des Initiators eines Projektes oder eines Unternehmens zu übergeben ist für mich ein Teilaspekt.

Mich interessiert an dieser Konferenz, wie ich es schaffe, dass meine Rollen bei foryouandyourcustomers nachhaltig besetzt werden können.

Dass sich diese Rollen innerhalb der Idee des Gründers, also von Jonathan Möller, befinden, ist eine Selbstverständlichkeit für mich. Und dass Übergänge von mir zu anderen Personen gelingen, kann ich weitgehend selbst prägen. Die Nachfolger werden üblicherweise vom Vorgänger ausgewählt, also eher eine kleine Herausforderung.

Für mich geht es darum, zivilisatorische Regeln zu schaffen, welche länger als die üblichen 20 Jahre in einem Unternehmen Bestand haben und von anderen Unternehmen kopiert werden können. Die Herausforderung die ich dabei erkenne liegt darin, dass der Gründer des Unternehmens, in anderen Worten die Quelle, wie unzählige Beispiele der Vergangenheit zeigen, nicht in der Lage zu sein scheint, eine nachhaltige Nachfolge sicher zu stellen. Es braucht dafür eine zusätzliche Fähigkeit, 2002 habe ich dafür die Rolle des Brunnenstubenbauers, also derjenigen Funktion, welche eine Quelle nutzbar macht, in einem Gespräch mit Peter Koenig eingebracht.

Darauf, an dieser Thematik weiter zu forschen freue ich mich.

Peter Klein

Familienunternehmen und Nachfolge: Laut Institut für Mittelstandsforschung (IfM) beschäftigen sich jährlich 71.000 Unternehmen in Deutschland mit der Nachfolgefrage. In jedem zweiten Fall bleibt sie ungeklärt. Familienunternehmen bestehen oft aus mehreren Generationen: Mann, meist der Patriarch, seine Frau, Tochter und Sohn, Schwiegertochter und Schwiegersohn, Bruder, Schwester und so weiter. Permanent verschieben sich die Rollen – beim Chef etwa als Ehemann, Vater, Schwiegervater, Bruder etc. Der Switch von einer Rolle in die andere erfolgt oft innerhalb von Sekunden, ob am Schreibtisch oder am Frühstückstisch. Das ist eine Herausforderung für das Familienunternehmen – und für dessen Beratung und professionelle Begleitung. Oft geht es um die Abgrenzung von emotionalen Themen und Konflikten aus Privatleben und Firmenalltag. Im besten Falle wirkt sich das Klären persönlicher, oft innerer Konflikte dann ebenso auf den Firmenalltag und die „Wachablösung“ im Unternehmen aus.

Tritt aus dem Schatten der Familie (PDF)

Systemische Aufstellungen: Peter Klein hat gemeinsam mit Partnern mittlerweile in Deutschland, Österreich und Schweiz 300 Integral Systemic Coaches der Innere Form ausgebildet und mehrere Bücher und Publikationen zur Systemischen Aufstellungsarbeit verfasst.

Die Autoren verbinden dies mit ihren Erfahrungen bei der Entwicklung der „Inneren Form“ oder auch der eigenen Mitte in Verbindung mit den östlichen Erfahrungen des Buddhismus. Im Kern geht es darum, Menschen mit dem zu verbinden, was wir als Sinn des Lebens bezeichnen und an dem wir uns orientieren können. Mit ihrer „integralen Landkarte“, wollen sie der Aufstellung neue Perspektiven eröffnen, vor allem der szenischen und der kollektiven Bewusstseinsaufstellung.

Publikationen 2016 (PDF)

Integral Systemics (PDF)

Mit Systemaufstellungen UNSICHTBARE HINDERNISSE erkennen & Nachhaltigkeit Sonderausgabe Infosyon_Forum Nachhaltigkeit (PDF)

Branche analysieren – Das Lebensrad des Marktes

Artikel Lebensrad Marken (PDF)

Integral Syst.Aufstellungsabende Graz (PDF)